Zeitgeist – Von der Herausforderung des Loslassens

„Höre auf, zu kontrollieren und fang endlich an, aus deinem Herzen zu leben…“ so oder ähnlich habe ich heute meine innere Stimme, mein höheres Selbst vernommen, als ich verstehen wollte, warum es mir gerade so elend geht, warum ich so einen krassen Energieverlust verspüre. Nicht, dass es das erste Mal in meinem Leben wäre, dass ich mit dem Thema Kontrolle aufgeben konfrontiert werde, aber ich komme nicht umhin, einzusehen, dass ich dieses Thema betreffend doch zu großen Teilen wieder  in meinen Kopf gerutscht bin. Seitdem ich realisiert habe, dass es sich bei mir dabei um ein Lebensthema handelt, ist eine Situation nach der anderen in mein Leben gekommen, die mich testen wollte, ob ich wirklich mit dem Herzen verstanden habe. Die elementaren Themen, Wohnung, Beziehung, Arbeit durchlebte ich schon einige Male, mal mehr freiwillig mit dem einhergehenden Freiheitsgefühl, mal unter vielen Schmerzen und in der Begegnung mit meinen absolut dunkelsten Momenten. Nun dachte ich, ich hätte wohl das Gröbste verstanden, ich hätte das Thema Kontrolle weitestgehend aus meinem Leben gelotst, weil ich ja auch so viel aufgelöst hätte an Anhaftungen.

 

Ich habe mich wohl gewaltig getäuscht! Denn ohne das ich es bemerkt habe habe oder es sehen wollte, kommen jeden Tag neue Situationen, die mich meinen Kontrollwahn ausleben lassen. Mein selbstauferlegter Zeitplan, der fast nie funktioniert, weil eben oftmals ganz unerwartete Dinge denselben sprengen, mein Kind, was in einem Alter ist, wo Chaos der zweite Vorname zu sein scheint, das liebe Geld, was ständig danach verlangt, losgelassen zu werden, Putzpläne sowie Bilder in meiner Vorstellung, wie eine ordentliche Wohnung auszusehen hat – all das sind gerade die prekärsten Beispiele dafür – ich könnte die Liste um viele Kleinigkeiten ergänzen. Ich bin mitten drin in einem Kreislauf aus Druck, den ich selber erzeuge, weil ich die Kontrolle behalten möchte, aus Selbstverurteilung, weil ich merke, wie mir das meiste trotzdem zunehmend entgleitet und einem unterschwelligen Gefühl aus Panik, aufgrund des Katalogs an Verhaltensmustern, die ich irgendwann einmal als Maßstab für meinen Wert festgelegt habe.

 

Und die Antwort darauf ist so einfach. Fang endlich an, aus deinem Herzen zu leben. Ja, wenn es dann mal so einfach wäre…Im Zuge der oben beschriebenen Selbstverurteilung verschließt man nämlich dann auch noch sein Herz, um den ganzen Schmerz, die Gefühle der Wertlosigkeit und Panik nicht voll fühlen zu müssen. Dabei ist genau das doch so wichtig, denn darunter befinden sich die Wurzeln für all diese Verhaltensmuster, die mich glauben lassen, dass mein Wert in diesen äußeren Umständen und der Aufrechterhaltung von irgendwelchen Plänen und selbstauferlegten Regeln und Maßstäben zu finden sei. Es ist so wichtig, diese Mauer um mein Herz zu sprengen, sie wegzuweinen, um wieder fühlen zu können. Dieser Panik Raum zu geben, die aufkommt, wenn einem alles zu entgleiten scheint. Um zu fühlen, dass das alles „nur“ einer Identifikation mit falschen Wertmaßstäben entspringt, mit veralteten Glaubenssätzen. In diesem Augenblick wird mir auch bewusst, dass mein Herz, also meine Seele, in fast allen Momenten etwas ganz anderes möchte. Es möchte weder funktionieren, noch sich einem starren Zeitplan unterwerfen, es möchte nicht aufräumen und putzen, wenn draußen die erste Frühlingssonne scheint, es möchte nicht bei jedem Euro, den ich ausgebe, ein schlechtes Gewissen haben. Nur höre ich es einfach nicht, weil es schalldicht eingschlossen ist hinter dieser meterhohen Mauer, die ich mir in meinem Wahn aus Funktionieren und Kontrollieren erbaut habe. Genau das ist die Lernaufgabe, die vor mir liegt. In die Momente reinzufühlen, was ich gerade wirklich möchte. Und langsam mein Herz an die Stelle der alten Verhaltensmuster rücken zu lassen.

 

Der zweite springende Punkt ist das Vertrauen. Vertrauen kann nur da wachsen, wo mein Herz wieder offen ist. Es ist schlicht und ergreifend das Vertrauen ins Leben, was gerade von mir und so vielen Menschen um mich herum gefordert wird. Unser altes Lebensgebäude bröckelt, ich spüre es bei mir seit einiger Zeit immer deutlicher und ich weiß, es geht mir nicht alleine so. Aber ich spüre jetzt auch ziemlich klar, dass dieses Bröckeln nicht nur die großen Dinge im Leben betrifft, wie z.B. meine Arbeit oder meine Stellung zu und in dieser Gesellschaft, sondern dass es auch die ganz kleinen Situationen im Alltag berührt. Auch hier jeden Tag ins Vertrauen zu gehen, wenn der innere Schweinehund mal wieder die alten Muster einfordert, nicht dicht zu machen vor den Gefühlen, die hoch kommen, wenn ich mich in solchen Pattsituationen wiederfinde, in denen ich genau weiß, dass jetzt mein Herz etwas ganz anderes wünscht, als das, was ich gerade im Begriff bin, zu tun. Die Angst, die Panik, die Hilflosigkeit und die Bodenlosigkeit zu spüren, die all das auslöst – in dem Vertrauen darauf, dass sich alles wie von selbst fügt, wenn ich mich nicht gegen den Fluss des Lebens stelle. Es ist die Aufgabe des Versuches, diesen Fluss zu lenken, zu begradigen, umzuleiten – sondern einfach beiseite zu gehen und geschehen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass auch genau hier die Ursache für den größten Energieverlust liegt, denn es kostet unglaublich viel Kraft, immer wieder dagegen zu halten. Neu ist für mich vor allem die Erkenntnis, dass es nicht die großen Situationen im meinem Leben sind, die mich herausfordern hinsichtlich des Kontrollverlustes, sondern dass es mir im Alltag so unglaublich schwer fällt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Ebenen des Lernens immer feiner werden, und nach den eher elementaren Lebensbereichen kommen wir an die Momente, die unser Leben im Alltag bestimmen, um immer wieder damit konfrontiert zu werden, das Alte aufzugeben, um Raum für etwas Neues zu schaffen. Ich erlebe gerade, dass meine Weigerung, hin zuschauen, dahin geführt hat, dass mich das Leben zwingt, hin zuschauen. Als ich immer weiter versucht habe, alles festzuhalten, in eingefahrenen überholten Mustern zu leben, hat mich dieser Kreislauf so ermattet, dass ich irgendwann schlichtweg nicht mehr die Kraft hatte, zu funktionieren und zu kontrollieren. Ich glaube, so ist es mit vielem, was wir auf einer bestimmten Ebene einfach nicht sehen wollen – das Leben zieht die Daumenschrauben immer mehr an und irgendwann ist der Blick in den Spiegel unumgänglich.

Meiner Meinung nach ist die große Herausforderung unserer Zeit das Loslassen und Vertrauen. Leben aus dem Herzen. Und es ist der einzige Weg, in den Fluss des Lebens zu gelangen. Vielleicht gibt es unter Euch einige, die meine Erfahrungen in Ansätzen teilen können. Ich würde mich sehr über einen Austausch in unserem Forum freuen.

13 Kommentare zu „Zeitgeist – Von der Herausforderung des Loslassens“

  1. Ehrlichkeit

    Wow. Was für ein ehrlicher Artikel Jasmin. Ich bin sehr berührt von der Offenheit und deinem Mut. Das ist eine große Inspiration für mich – und ich denke auch viele andere Menschen. Danke.

    Im Moment versuche ich, jeden Morgen zu meditieren und zu fragen: "Was ist jetzt wirklich wichtig?" – und dann das zu tun, was ich im Inneren empfange. Den Tag offen zu lassen, Pläne flüssig.

    Auch während des Tages frage ich immer wieder: "Was will jetzt wirklich passieren? Was brauche ich wirklich? Was will mein Herz jetzt tun?"

    Ich denke, es braucht  eine definitive Entscheidung, der Seele zu folgen, koste es was es wolle. Und Vertrauen, dass es den Fluss wirklich gibt, dass das Universum für uns sorgt.

    David

  2. Danke für das Teilen dieser

    Danke für das Teilen dieser Gedanken…ich befinde mich zur Zeit in einer ähnlichen Situation…ich verstehe immer mehr, wie wichtig es ist, auf das eigene Herz, die eigene Intuition zu hören, denn sie bringt einen genau zu der Lernerfahrung, die im Moment gerade wichtig für einen ist…das Ego kann das oft nicht verstehen und möchte dagegen ankämpfen…die zwei Begriffe "Loslassen" und "Vertrauen" sind ganz sicher mögliche Schlüssel in diesem Zusammenhang…

  3. Danksagung

    Liebe Jasmin,

    danke dir für die Offenheit und die Fülle an Erfahrung, die du mit uns teilst!

    Interessanterweise habe ich gleichzeitig mit dem Posten deines Artikels, in Forum "Vision einer neuen Wirklichkeit", auch was über Vertrauen geschrieben … Es scheint, dass das Vertrauen das Thema ist, was zurzeit ansteht.

    Loslasen und Vertrauen – Loslasen im Vertrauen.

    Danke dir und lieben Gruß
    Cristian

  4. Liebe Jasmin,
    Loslassen und

    Liebe Jasmin,

    Loslassen und Vertrauen, darin stimme ich mit dir völlig überein. Aber was mich am meisten fasziniert hat an deinem Aufsatz ist, dass ich in meinem Inneren spüren konnte, dass das alles von Herzen geschrieben wurde, was sicherlich dazu gereicht, dass du damit das Eine oder Andere Herz berührtst. Für mich ist es ein Ansporn, mir immer wieder bewusst zu machen, wieviel Energie im Fließenlassen, im Loslassen und im Vertrauen enthalten ist, die uns zur Verfügung steht, wenn wir diesen Weg gehen. Und noch etwas zeigt sich da, dass wir mit unseren Ängsten, Blockaden und Konditionierungen nicht allein sind.

    Ich danke dir, dass du so viel Herz hineingegeben hast.

    In Verbundenheit

    Fred

    1. Lieber David, Lieber Cristian, Lieber Fred, Liebe Rainbow

      ich fühle gerade einen kleinen Schauer durch meinen Körper huschen und hab Tränen in den Augen – ich bin dankbar, dass ich das alles mit euch teilen kann und dass wir so in dem Gefühl leben, dass wir nicht alleine sind mit all dem, was das Leben immer wieder an uns heranträgt, insbesondere dann, wenn es dunkel und schwer wird und wir unser Herz für all den Schmerz öffnen und durch diesen hindurch schreiten. Ihr habt mich auch tief berührt! Alles Liebe für Euch und bis bald!

      Jasmin

       

      1. Liebe Jasmin,
        Dein Artikel

        Liebe Jasmin,

        Dein Artikel hat mich grade tief berührt. Ich befinde mich grade an einer ähnlichen Stelle in meinem Leben. Spüre, wie ich auch Angst habe die Kontrolle zu verlieren. Erst sah ich nur die Angst vor Hilflosigkeit und Schwäche aber als ich tiefer sah, sah ich dass darunter die Angst liegt, die Kontrolle zu verlieren. Nichts mehr steuern zu können. Der Kopf weiß, dass das ohnehinnur eine Illusion ist, aber in mir tobte ein Kampf und auch jetzt tobt es manchmal noch.

        Da war die Seite, die wusste, dass alles gut ist die sich hingeben wollte und vertraute. Und dann die andere angstvolle Seite, die festhalten wollte. Die sich an Äußere Dinge wie Aussehen krallte.

        Und ich sehe wie das Leben mir grade eine Situation präsentiert, in der ich gesundheitlich nicht fit bin. Und wie sehr ich den Fokus darauf gelegt habe und mich gewehrt habe das anzunehmen. Und jetzt schmerzlich begreifen musste, dass ich auch krank in der Liebe leben kann. Dass es nicht darauf ankommt, was ich darstelle, wie ich aussehe oder wie fit ich bin. Dass ich wenn ich innen in der Liebe bin egal ist wie ich außen aussehe, weil ich dann von innen raus leuchte. Und ich spüre mein Festhalten an all diesen Äußerlichkeiten, die doch jahrelang so wichtig waren um in einer bestimmten Art und Weise wahrgenommen zu werden. Und wie da auch wieder die Kontrolle dahinter steht.

        Und in meinem Körper krampft sich manchmal immer noch alles zusammen, wenn ich an "loslassen und vertrauen" denke. Und gleichzeitig ist dahinter aber eine Leichtigkeit zu spüren…. der ich aber immer noch nicht wirklich traue…

        Danke Dir….

        Lieben Gruß

        Nika

        1. Liebe Nika

          Ich danke Dir für Deine offenen und warmen Worte. Ich weiß, was Du meinst. Auch mir präsentiert das Leben immer genau die Situationen, in denen ich bisher falsche Kopfkonzepte hatte, um diese endlich loszulassen. 'Es ist glaube ich unsere Lernaufgabe, all unsere alten Vorstellungen von Leben, von Liebe, von wie wir zu sein haben, damit wir liebenswert und schön sind aufzugeben. Immer genau da, wo ich mich oder andere oder mein Leben anders haben will und einfach nicht loslassen will, gibt mir das Leben eine Situation, wo es existenziell kaum mehr möglich ist, weiter festzuhalten. Unsere Welt und wir sind so komplett das Gegenteil von dem, was uns als Glaubenssystem anerzogen und -konditioniert wurde. All das langsam zu begreifen, zu erfühlen, befrreit uns Stück für Stück´. Zu erfahren, dass wir so viel mehr sind als unser Körper, das wir nicht unser Körper sind, sondern einen Körper haben, wenn wir das wirklich zulassen können und damit alte Konzepte loslassen, birgt das so unendlich viel Freiheit in sich.

          Aber auch mir macht  das immer wieder Angst, es ist der buchstäbliche Sprung ins kalte Wasser und manchmal meldet sich der Ego und der Verstand in Panik vor dem Ungewissen, weil er lieber an der Sicherheit dessen festhalten möcht, was er kennt. Genau hier muss ich auch immer wieder ins Vertrauen begeben, dass das Universum für mich sorgt, dass alles,was ich mir in meinen Ängsten vorstelle, nichts als Bilder sind, nicht davon ist wirklich real. Das erst wenn ich wirklich loslasse in den freien Fall, dass ich auch erst dann erleben kann, was es heisst, aufgefangen zu werden. Ich arbeite auch daran, jeden Tag…..

          Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe.

          Jasmin

           

          1. Weggespültwerden

            Hallo,

            vielen Dank für die herzlichen Anregungen!

            Wie oft schon ging das Loslassen erst, als ich keine Kraft mehr zum Festhalten hatte. In absoluter Hilflosigkeit und Panik mußte ich mich dem Lauf der "schrecklichen Dinge" hingeben. Beim "Nichts-mehr-tun-können" wurden mir Hände gereicht von wildfremden Menschen und sicher auch Engeln …

            Ich wurde getragen und war frei!

            Hinterher kamen dann allerdings noch Selbstvorwürfe:" Das hätte ich selber hinkriegen müssen!".

            Gern hätte ich das Loslassen als Dauerschwingung im Leben.

             

            Einen schönen Spruch fand ich vor einiger Zeit: "Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, mach Pläne!".

             

            Herzliche Grüße,

             

            Ulrike

          2. Die lieben Pläne….

            Liebe Ulrike,

            ja, dieser Spruch bringt es voll auf den Punkt. Ich habe das Gefühl, Loszulassen wird immer mehr auch eine kollektive Aufgabe. Mir begegnet dieses Thema seit Wochen mit zunehmender Dynamik in absolut allen Lebensbereichen und es ist so heftig zu beobachten, wie sehr man doch noch an den alten Mustern, den Ängsten ("was ist wenn….), an den illusorischen Bildern von morgen oder wieetwaszuseinhat festklebt. Wie schwer die Hingabe und das Fallenlassen fällt. Und das man, wie du es auch beschreibst, oft erst total entkräftet sein muss, um endlich Frieden zu machen, um geschehen zu lassen, um sich in den Fluss zu begeben. Um auch zu begreifen, was sich da einem gerade komplett in den Weg gestellt hat – die eigene Dickbockigkeit, das Alte nicht gehen lassen zu wollen.

            Ich empfinde es gerade aufgrund der zunehmenden Dynamik als eine absolut spannende Zeit, die mich aber auch mehr und mehr an meine Grenzen führt. Das ist wohl auch der "Sinn" der Sache.

             

            Alles Liebe

            Jasmin

  5. Hinnehmen was kommt, loslassen was fällt!

    Liebe Jasmin,

    dein Artikel passt mal wieder genau zu meiner Lebenssituation 🙂 Und das Krasse ist, dass ich gerade heute so ein AHA-Erlebnis hatte.

    Heute habe ich es das erste Mal geschafft in meiner super-schwierigen 8. Klasse, zwei gute Stunden zu halten, nach denen sogar ein Junge auf mich zu kam und mir seine Anerkennung zeigte. Man muss wissen, dass diese Klasse an unserer Schule von allen Lehrern gefürchtet ist. Du kannst dir also vorstellen, wie ich mich als "Anfängerin" jeden Tag so fühle, wenn ich bei diesen Kids war… Auf jeden Fall liegt ein 3/4 Schuljahr Stress,  Erschöpfung und verbittertet Kampf hinter mir, in dem ich versucht habe, der Situation Herr zu werden. Aber wie es ja so oft ist im Leben, solche Ereignisse spiegeln meistens unseren inneren Zustand wider. Ich musste also schmerzvoll erfahren, dass je mehr ich versucht habe zu kontollieren, desto mehr Widerstand mir entgegen gebracht wurde. Ich musste erfahren, dass als erstes eine Basis aus Wertschätzung, Achtung und Vertrauen herrschen muss, bevor man mit der noch schwierigen Aufgabe beginnt, Information an die Schüler zu weiterzugeben.

    Und genauso bin ich in diesen Monaten mit mir selbst umgegangen. Ich bin auf einer unsicheren Basis aus Selbstvorwürfen gestartet. Da diese Basis zu wackelig war, musste ich steuern und kontrollieren, um mich wieder einzupendeln. Meistens habe ich das nicht alleine geschafft. Im Moment bewege mich in Richtung Selbstliebe und Wertschätzung. Dieses Fundament gibt mir Kraft und Mut mich nun um mich selbst zu kümmern, mich anzunehmen, mir zu verzeihen. Ich muss nun nicht mehr durch viel zu hohen Energieaufwand dagegen steuern, denn ich bin in der Lage zu regulieren. Seit dem spüre ich den Fluss des Lebens jeden Tag und es ist so erfüllend einfach meinem Herzen und meiner Intuition folgen zu können, ohne dass der Verstand ständig dazwischen funkt. Das ist der Weg!

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute auf deinem Weg und vor allem viel Freude! Ich wünsche dir liebevolle Begleiter, die dich annehmen und unterstützen.

    Es tut so gut, deine Artikel zu lesen! 🙂

    LOVE&LIGHT

    1. Der liebe Kontrollwahn

      Liebe LOVEANDLIGHT,

      Danke. Es berührt mich selbst sehr, zu fühlen, dass es nicht nur meine Empfindungen sind, die ich teile, sondern das es euch auch so geht, dass ich nicht alleine bin. Es ist wunderschön, zu sehen, dass sich Menschen in dem, was ich schreibe, wiederfinden. Also hab nochmal vielen Dank für dein Feedback.

      Nun ist es ja schon wieder fast ein Monat her, dass ich diesen Artikel geschrieben habe und die Summe der Situationen, die mich immer wieder aufs Neue herausfordern, reissen natürlich nicht ab. Es ist immer wieder eine Aufforderung, mich hinzugeben, mich fallen zu lassen in diesen Riesenpool aus Ungewissheit, auch aus altem Schmerz, der da hoch kommt, aus Angst, eben nicht zu wissen, was als nächstes passiert. Das nämlich wollen wir kontrollieren. Was als nächstes passiert. Wie der andere reagiert…. Und wir müssen einsehen, dass  uns die ganze Kontrolle nichts nützt. Es passiert nie das, was wir uns vornehmen, der andere läßt sich nicht kontrollieren, wie du ja bestimmt jeden Tag bei deinen lieben Schülern erlebst (und ich bei meiner Tochter). Also können wir uns die ganze Energieverschwendung der Kontrolle sparen. Zumindest das wird mir immer klarer. Und was uns klar wird, landet in unserem Bewusstsein, es ist nicht länger ein blinder Fleck unserer Persönlichkeit. Und Bewusstheit ist meiner Erfahrung der erste Schritt zur Transformation. Auch wenn es mir persönlich manchmal absolut zu lange dauert, aber ich glaube, nur so funktioniert es. Mit viel Liebe und viel Mitgefühl für uns selbst.

      Ich wünsche dir auch von Herzen alles Liebe. Die Beschreibung deiner eigenen Entwicklung liest sich mit soviel Herz und Liebe, dass es nur richtig sein kann.

       

      Jasmin

       

       

       

  6. martinibianco

    liebe jasmin
     
    wie wunderbar

    liebe jasmin

     

    wie wunderbar du das alles beschreibst mit dem ewigen kontrollwahn. termine, zettel, identifikation mit all den nebenschauplätzen des lebens. und ständig die frage- wo ist das vertrauen? und wie krampfhaft halte ich an alten strukturen wirklich fest?

    manchmal reisst mich das leben aus den mustern, mit gewalt. todesfälle, trennungen, verluste. immer dann, wenn mein leben ins wanken gerät bemerke ich dieses krampfhafte bemühen, die eisscholle, die unter mir schmilzt, oder das floß, was halb auseinanderbricht festzuhalten, um nicht abzurutschen. meistens vergeblich.

    sich voller vertrauen in den fluß des lebens einzulassen, das ist , glaube ich , die größte erfüllung, die man erhalten kann. statt immer voller negativität und panik und hinter-.her-renn-manie getrieben durch lebens zu stolpern und von schrecken zu schock zu springen.

    ich durchlebe seit ca 2 jahren eine solche phase, die immer noch andauert. job zerwürfnisse, diverse "sprengungen" mit/ von menschen, und unvermeidlichen loslösungen, auch todesfälle. ich weiß ganz genau, daß das, was du beschrieben hast, genau das ist, wo es hinführen soll, aber ganz ehrlich – manchmal sitze ich abends zu hause auf meinem bettchen, es ist spät nachts, und frage mich- wo ist das "nirvana"? und schwupps- bin ich wieder in der panik, und im leid.

    es ist schön, solche ehrlichen worte zu lesen, das tut sehr gut.

    DANKE!!!!

    martini

    1. Die Ebene wird feiner

      Liebe Martini,

      vielen Dank für Deine ehrlichen Worte, irgendwie gerade auch nochmal eine willkommene Erinnerung für mich, weil ich den Artikel ja schon vor einer Weile geschrieben habe….

      Ich glaube, dass es sich bei dem Loslassen, dabei, die Kontrolle aufzugeben um einen lebenslangen Prozess handelt, weil er so existenziell ist und alle Bereiche unseres Lebens einschließt. Schlußendlich ist es nichts geringeres als unser Ego, der sich so vehement weigert, loszulassen.

      Aber umso mehr Bewusstheit wir für unsere Mechanismen des Festhaltens und der Kontrolle entwickeln, umso feinfühliger werden wir im Umgang mit uns selbst und den "Warnsignalen" unserer Seele und unserer Umwelt, wenn wir uns wieder einmal festgebissen haben.Irgendwann braucht es nicht mehr so krasse Situationen der Konfrontation, wie du sie beschreibst und wie ich sie auch oft erlebt habe, weil ich einfach nicht hinschauen wollte. Dann reicht manchmal einfach das Gefühl in einem Selbst, das signalisiert, dass irgendetwas gerade mal wieder schief läuft.

      Zumindest erlebe ich es selbst so. Mir werden mehr und mehr durch das Leben die Verhaltensmuster bewusst, die mich immer wieder in emotionale Sackgassen führen und mich energetisch auslaugen. Und doch falle ich auch immer wieder darauf rein. Nur merke ich es heute früher, was es mir öfter ermöglicht, den nötigen Abstand zwischen dem Anteil in mir, der wie von Sinnen festhalten und kontrollieren möchte und meiner Seele, die sich dem Fluß hinwenden möchte, die Vertrauen und Hingabe leben möchte herzustellen. Dieser Abstand läßt mir dann die Wahlmöglichkeit für meine Handlungen. Das Gefühl von "ferngesteuert" sein wird weniger, weil ich merke, ich kann mich entscheiden, welcher Instanz in mir ich das Ruder überlasse.

      Umso öfter ich Situationen erlebe, in denen ich entgegen meiner kontrollierenden Verhaltensmuster handle, diese also ein weiteres Mal durchbrochen habe, um so seltener stellt sich auch die Panik ein, von der du sprichst. Weil meine Seele sich wieder mehr ausdrücken darf und die Angst, sich selbst nicht über den Weg zu trauen, langsam einem inneren Vertauen weicht.

      Und trotzdem glaube ich, dass das Loslassen nur geht zusammen mit der Hinwendung zu etwas Höherem, dem göttlichen Anteil unseres Selbst oder wie jeder da auch nennen mag. Nur so entsteht tatsächliches Vertrauen, das es uns ermöglicht, immer ofter den Sprung trotz oder gerade wegen dem Abgrund zu wagen.

      Hab vielen Dank für deine Worte,die mir ermöglicht haben, nochmal innezuhalten und nachzuspüren, was eigentlich alles in mir passiert ist, seitdem ich den Artikel geschrieben habe.

      Alles Liebe

      Jasmin

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