Eine Geschichte von den Abenteuern, sich selbst zu begegnen

Ich erlebe gerade, wie die Reise zu mir Selbst das abenteuerlichste, spannendste, beängstigendste, bedrohlichste und herrausfordernste Unterfangen meines Lebens ist. So mancher Moment in den letzten Wochen war geprägt von der ernsthaften Erkenntnis, hätte ich gewusst, worauf ich mich da einlasse, ich hätte mich nie auf die Reise begeben.

Es ist wie ein Abstieg in immer tiefer liegende innere Gemächer – manche sind dunkel und unheimlich und keine Lampe spendet Licht, andere sind hell und glänzend und so manches Mal scheinen sie unerreichbar. Dieser Abstieg wird mit jeder Stufe herausfordernder. Mit jeder Etage nimmt sowohl die Angst zu, weiter zugehen, Räume zu öffnen, in denen sich Dinge befinden, die ich nicht ohne Grund so weit weg geschlossen habe als auch die Lust an der Selbstentdeckung, die unendlich kraftvolle Sehnsucht, mir selbst zu begegnen.

Was zu Beginn wie ein fröhlicher Spaziergang an einem lauen Frühlingstag aussah, hier und da ein kleiner dunkler Seelenschatten, der sich jedoch leicht enttarnen und integrieren ließ, fühlt sich nunmehr phasenweise an wie die Begegnung mit den Monstern der Vergangenheit und einer Bedrohung meiner gesamten Existenz.

Es ist so, wenn wir die Tür zu uns selbst erst einmal aufgestoßen haben, können wir sie nur mit großen Anstrengungen wieder schließen. Es ist das Elixier des Mensch-Seins, sich selbst zu entdecken und zu erkennen – es ist unsere Lebensaufgabe. In dem Moment, wo der Mensch aus dem Dornröschenschlaf des Unbewussten erwacht, und voller Neugier, Lebenslust und Entdeckergeist in das Bewusstsein und die Faszination Leben eintaucht, weiß er nicht, dass dieser Weg auch zwangsläufig durch die dunkle Nacht der Seele führt.

Ich habe es selbst so erlebt, der Anfang meines Aufwachens war gespickt von glückseligen Zuständen und Einheitserlebnissen, von universeller Liebe eingetaucht in das tiefe Wissen, dass in meinem Innern etwas Mystisches und zugleich Unumkehrbares meine Sicht auf das Leben, auf meine Umwelt und vor allem auf meine Selbst-wahr-nehmung für immer verändern würde. Da diese Sicht auf alles so elementar switchte, ich zum ersten Mal bewusst in den Spiegel sah, den alles mich umgebende mir bot, begegneten mir nun auch zunehmend in diesem schonungslosen Spiegel meine wohl verborgenen Schatten. Anfangs noch leicht händelbar, ein bisschen Arbeit mit dem inneren Kind, ein bisschen Meditation und schon hat sich das ganze transformiert. Im Laufe der Zeit spürte ich, dass die Emotionen, die gerade durch irgendetwas oder irgendwen getriggert wurden, immer unbeherrschbarer wurden, dass geradezu vulkanartigen Ausbrüche jedwede Anstrengung, die Kontrolle über das, was geschieht, zu bewahren, zunichte machten.

Dieses sonderbar beängstigende Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, sollte von nun an ein ständiger Begleiter meines Daseins werden, wehrte sich doch jede noch so kleine Faser meines Egos dagegegen, etwas von seiner Macht abzugeben. Erst ging es um so simple Sachen wie mein vehementes Bedürfnis, um jeden Preis die Ordnung im Haushalt im Kampf gegen ein dreijähriges Kind aufrechtzuerhalten, dessen innerstes Anliegen es zu sein schien, möglich schnell ein umfassendes Chaos anzurichten, sobald es nach Hause kam. Dann steigerte sich die Intensität dahingehend, mein letztes Erspartes herzugeben, meine kleine, mickrige Insel der finanziellen Sicherheit für alles Unvorhersehbare – mich also einem Zustand der gefühlten „Mittellosigkeit“ auszusetzen, den ich doch bisher um jeden Preis vermieden habe. Und nun gerade erreicht der Versuch des Lebens, mir meinen Kontrollwahn auszutreiben, vorerst seinen Höhepunkt, indem ich alles, finanzielle Sicherheit, Job, Wohnung, Kinderbetreuung, soziale Kontakte aufgebe, um mich mit einem mutigen Sprung ins absolut Ungewisse zu begeben. Klar, ich hab die wegweisenden Entscheidungen irgendwie selbst getroffen, und doch fühlt es sich Bodenloser an, als je zuvor und so manchen Moment frage ich mich, ob ich wohl geistig umnächtigt war.

Jeder weitere Situation, die mich dazu zwingt, Kontrolle aufzugeben, führt mich eine weitere Stufe hinab in mein inneres Kellerverlies, begleitet von zuweilen immer größerer Angst bis hin zu der zeitweiligen Panik, den Verstand zu verlieren. Die Monster, denen ich auf meinem Weg hinab begegne, werden immer gewaltiger. Wenn ich zu Beginn meiner Reise zu mir Selbst auf kleinere Beziehungstraumatas stieß, die sich klar und einfach abgegrenzt auflösen ließen, so stand und stehe ich nun riesigen Ungeheuern aus meiner Kindheit gegenüber, die sich auch in den existenziell bedrohlichen emotionalen Ausbrüchen eines Kindes äußern.

Ich spüre, etwas Unumkehrbares ist in Gang gesetzt. Es ist die Entlarvung aller Anteile in mir, die nicht zu mir gehören, aller Persönlichkeitsmasken, die ich mir angeeignet habe, um mich nicht zeigen zu müssen, aber es ist auch die Befreiung von allem, was den Ausdruck meines Wesens verhindert. Es ist in einer gewissen Weise wie ein Geburtsvorgang.

Alles, was je in meinem Inneren als für meinen Selbstwert ausschlaggebend abgespeichert wurde, wird gerade an die Oberfläche gespült und als hinfällig und bertrügerisch entlarvt. In diesem Prozess kommt auch all der Schmerz hervor, der sich hinter meinen Selbstdefinitionen versteckt, der Schmerz, nicht so geliebt worden zu sein, wie ich war. Der Schmerz, nie die gewesen zu sein, die ich tief in mir bin. Die Angst, vielleicht nie an den tiefsten Kern meines Wesens vorzudringen. Immer wieder spüre ich auch den Impuls, einfach aufzugeben, die Idee, einfach in einem halbwachen Zustand wegzudämmern, nur nicht noch mehr aufdecken von dem, was ich so fein säuberlich verschlossen habe über all die Jahre.

Und doch, während jeder einzelne Facette, die mein Wesen mit einer Schutzhülle ummantelt, Schicht um Schicht abgetragen wird, gibt es auch diese magischen Momente, in denen ich mir selbst zum ersten mal klar und voller Ehrfurcht und Würde gegenüber stehe. Es ist tatsächlich manchmal wie die Begegnung mit einem Fremden in dem tiefen Wissen um eine verbindende Vertrautheit, voller Bewunderung und Nähe. Hier beginnt die Reise dann immer wieder aufs Neue, weil ich eine Ahnung von dem bekomme, was hinter all den Schutzmauern in dem eigentlichen Kern meines Seins darauf wartet, entdeckt und vor allem befreit zu werden. Gelebt zu werden und sich zeigen zu dürfen. Wenn ich meine Sehnsucht spüre, endlich meine bedingungslose Hingabe, meine unendliche Wärme, meine Mütterlichkeit zu leben und meine unbegrenzte Liebe fließen zu lassen, meine Kreativität zu entfalten und mich ohne Wenn und Aber fallen zu lassen, in das, was ist. Meine mir ganz eigene Schönheit in all ihrer Pracht und Würde zu zeigen.

Ich schreibe dies hier, weil ich fühle und weiß, dass sich viele gerade in ähnlichen Prozessen befinden. Weil der spirituelle Weg für mich vor allem der Weg zu mir Selbst ist. Zu mir, meinem tiefsten Kern, dem Göttlichen in mir. Und weil ich all denen Mut machen möchte, die bisher dachten, dieser spirituelle Weg wäre nur von Licht und Liebe gesäumt, während wir, von engelsgleichen Chören begleitet der universellen Glückseligkeit entgegenschweben. Es IST normal, so manchen Moment, so manchen Tag oder sogar Wochen und Monate voller Zweifel, Angst, und Wahnsinn zu verbringen – in Dunkelheit, ohne das Licht zu sehen, das zweifelsohne immer da ist. Für mich ist dies der authentische spirituelle Weg – mich ALL dem zu stellen, was sich in mir zeigt, auch wenn es so manches Mal viel Mut erfordert. Und dann, wenn alles um mich dunkel ist, zu erleben, wie für mich gesorgt wird, wie ich geliebt bin, ohne dass ich etwas dafür tue. Wie ich meine Kontrolle endlich aufgebe und weich falle. Wie nichts von dem passiert, was ich mir in meinen panikartigen Phantasien ausmalte. Das ist für mich die wahre Magie des Lebens.

 

Fotos: Abstieg: some rights reserved by spuren-der-kriege.de

           Sonnenuntergang: some right reserved by Betchboy

17 Kommentare zu „Eine Geschichte von den Abenteuern, sich selbst zu begegnen“

  1. Danke

    Ja, genau so!

    Danke für deinen Mut, dies in so klaren Worten auszudrücken. Gerade du, die mir doch durch diese Seite als ein Vorbild erscheinst, schon sooo viel weiter auf dem Weg (wohin?) als ich…

     

    Wie schön: ich empfinde deine ausgedrückten Zweifel, Ängste, Sorgen nicht als Schwäche. Damit sind es meine ja auch nicht!!!!

     

    Lass uns gemeinsam weiter gehen.

     

    Herzliche Grüße

    Petra

    1. wir sind alle auf dem weg

      Liebe Petra,

      ich weiß was Du meinst, oft habe ich nur durch das geschriebene Wort ein Bild von Menschen, hebe sie auf einen Podest oder denke, sie müssen doch viel weiter sein als ich, doch schlußendlich sind wir alle auf dem Weg. DIe einzige Frage ist für mich, wie authentisch traue ich mich zu sein? Welches Bild habe ich Angst, zu zerstören, wenn ich mich wirklich wirklich nackt mache? Umso mehr ich hier schreibe auf unserer Seite, umso wichtiger wird es mir, euch allen, die ihr meine Seelengeschwister seid, authentisch zu begegnen. Nichts zu beschönigen. Nichts auszulassen. Weil alles, jedes einzelne Sequenz meines Weges menschlich ist.

      Wahre Begegnung findet in meiner Erfahrung sowieso nur dann statt, wenn die Beteiligten tief in ihrem Inneren bereit sind, alle Masken fallen zu lassen, wenn es kein Bild mehr davon gibt, was ich gerne wäre, sonder nur noch das pure SEIN. 

      Und es ist mir wichtig, einen Gegensatz zu bilden zu all dem Hype um „den einen Weg zur Erleuchtung“ und den ganzen Trubel, der sich auf einem spirituellen Markt tummelt, auf dem manches auch mehr Schein als Sein ist. /p>

      Danke, dass es Euch alle gibt!

      Jasmin

      1. Liebe Jasmin,
        Du schreibst so

        Liebe Jasmin,

        Du schreibst so schön und passend und ich hätte mit meinen Worten gar nicht genau fassen können, was ich genau wie Du da erlebst. Es gibt mir unendlich viel Kraft zu wissen, das wir viel sind die sich auf den Weg gemacht haben: Warum sind wir hier?

        Aus tiefstem Herzen vielen Dank!

         

        Yvonne

  2. zu: Eine Geschichte von den Abenteuern, sich selbst zu begegnen

    ♫ ♥ Liebe Jasmin, geliebte Schwester! ♥

    Nach Deinen liebevollen Worten zu Deiner eigenen Geschichte, Deinen eigenen Empfindungen und Erfahrungen, ist es (mir) absolut unmöglich, mit irgendwelchen schlauen, weisen Worten zu antworten. 😉 Ich danke Dir einfach sehr für Deine Mitteilung; Du sprichst MIR und sicher vielen meiner Freunde aus (ganz !!!) tiefer Seele!

    Manchmal hilft es tatsächlich das Bewusstsein: Ja, ich hab´s mir ausgesucht! Nicht umsonst werden wir von den Nichtinkarnierenden mit sehr großem Respekt behandelt!

    Danke, Licht und Liebe!!! ♥

    Mattias
    (Mögest Du immer ´ne Taschenlampe dabei haben! 🙂 ♥ )
     

    1. Tief berührt

      Lieber Mattias,

      wenn ich all die Kommentare hier, Deinen und die anderen auch auf Facebook lese, fühle ich tief in meinem Herzen grenzenlose Liebe und Dankbarkeit. Dafür, dass es möglich ist, sich in dieser Nähe und Herzensoffenheit zu begegnen. Dafür das wir uns vertraut sind, obwohl wir uns real nie trafen. Dafür, dass wir uns von Herz zu Herz, von Seele zu Seele berühren, uns Vertrauen, Geborgenheit und Verständnis schenken auf einer Ebene, die dem Verstand unerklärlich ist.

      Alles Liebe für Dich!

      Jasmin

  3. ich bin zutiefst ergriffen

    ich bin zutiefst ergriffen von deinen worten! genau das gleiche gehe ich seit einiger zeit durch und an so manchen tagen möchte ich einfach nicht mehr hinschauen…aber es geht nicht! und wie schön ist es doch diesen weg zu gehn und schicht für schicht sein wahres ICH wieder zu finden ….

    ich wünsche dir viel licht, liebe und kraft

    marion

  4. Danke!

    Liebe Jasmin,

    danke für Deine ehrlichen Worte. Ich bin im Moment in einer ähnlichen Situation.
    Das gibt mir Trost, dass ich nicht alleine bin und auch auf dem richtigen Weg bin.
    Obwohl ich mir manchmal gewünscht habe, nie aufgewacht zu sein.

    2012 war schon ein Jahr, das es in sich hatte, aber verglichen mit den ersten
    drei Monaten im Jahr 2013 war es noch ein Kinderspaziergang.
    Ja, es ist wichtig, die dunklen Gefühle anzunehmen und nicht zu verdrängen.
    Erst dann kann Transformation möglich sein.

    Ja, in der Tat, der spirituelle Weg ist mehr als sich nur einen Parkplatz zu
    wünschen…
    Ich lerne gerade auf mein Herz zu hören und authentisch zu sein.
    Jedenfalls bin ich seit Anfang April zum ersten Mal seit langem wieder optimistisch
    und auch mein Tatendrang keimt langsam wieder auf.

    Schön, dass ich diese Seite gefunden habe!

    Liebe Grüße

    Claudia

  5. Genau im richtigen Moment

    Danke für diesen Artikel.

    Gerade heute habe ich wieder schwer mit mir zu kämpfen. …..Eigendlich schon die letzten Tage.

    Ich frage mich, wo das Licht in mir ist, die Freude und das Strahlen, was ich noch vor 2 oder 3 Wochen empfunden habe…… alles weg. Und ich fühle ich zur Zeit wie ihn einem dunklen Loch. All das was ich mir in den letzten Wochen und mOnaten erarbeitet habe, das Umdenken, alles scheint mir im Moment verloren gegangen zu sein und ich weiß nicht warum und wohin es ist. Ich weiß gerade nicht wo ich mich befinde….. es scheint ein Niemandsland zu sein.

    Dein Artikel hat mir Mut gegeben und mir gezeigt das es wohl normal ist.

    Ich stehe erst am Anfang meines Weges, habe vieles schon erkannt, nur fehlt mir oft noch der Mut es auch zu leben, aus Angst, andere Menschen damit zu verletzen und aus Angst zu versagen und einen Fehler zu machen. Vielleicht ist auch das der Grund meines Tiefpunktes. Ich weiß aber setze es nicht um.

    1. Hallo lieber Gast!
      Diese

      Hallo lieber Gast!

      Diese Tief`s und Hoch`s habe ich auch. Immer wenn ich denke nun bin ich über den Berg, schwubs wird mir wieder was vor die Nase gesetzt.

      Du bist mit diesen Schwankungen nicht alleine, aber sehe es einfach mal so: " Die Hochgefühle werden immer wertvoller, man genießt sie intensiver durch die gefühlten Tief`s.

      Wenn wir zusätzlich betrachten was uns über tausende Jahre als Meme inplantiert wurde, durch Eltern, Gesellschaft, Religionen usw., dann wird einem klar das es für uns im Hier und Jetzt keine leichte Übung ist.

      Was uns nicht umbringt, macht uns stärker. Auch mag es das Ego gar nicht, wenn es hingewiesen wird oder geliebte Verhaltensmuster los lassen soll. "

       

      Alles in allem, schön das du hier bist. Ich habe mir vorgenommen hier öfters rein zu sehen und mich hier zu beteiligen.

      Vielen Dank auch an Jasmin, dein Artikel ist einfach der Hammer und ich finde mich wieder.

       

      Viele Grüsse

      Esther

  6. Ich sehe dich

    Der tägliche Wahnsinn

    Liebe Jasmin – liebe Leser,

    danke für deine Offenheit und für deine tiefen Worte. Ich bin ganz bei dir…!

    Es liegt im ersten Reflex des Menschseins – etwas sagen zu wollen – Ratschläge und Tipps zu geben, weil man dem Betroffenen helfen will. Doch meistens schafft das noch viel mehr Verwirrung, weil es dann noch viel schwerer wird der eigenen Intuition zu folgen und auf den Ruf der Seele zu hören. Darauf zu vertrauen und sich nicht ablenken zu lassen – dass ist die grosse Herausforderung. Dies findet man nur in der Stille. Jeder Weg ist ganz individuell.

    Was allerdings unheimlich erleichternd sein kann – ist – wenn man von anderen Seelen "gesehen wird". Wenn es Seelen gibt – die in dich reinspüren – dich so sehen wie du bist – in deiner ganzen Schönheit – mit deinem Schmerz und deinem emotionalen Dilemma, in dem du gerade steckst – und dich ein Stück deines Weges begleiten und dir somit viel Kraft geben.

    Es gibt kein Schonprogramm auf dem Weg zurück zur Quelle. Es gibt keine Techniken oder Übungen, die den Schmerz reduzieren oder die Schatten heller werden lassen – das ist pure Ablenkung.

    Was wir aber tun können ist gegenseitig füreinander da zu sein. Und auch das findet sich meiner Meinung nach immer ganz individuell über das Gesetz der Anziehung. Manche Seelen spürt man viel intensiver als andere. Wenn du aussendest – wird jemand da sein. Ganz sicher 😉

    Herzliche Grüsse

    Kerstin

     

     

     

  7. Namasté Jasmin
    danke dir

    Namasté Jasmin

    danke dir vielmals für deine offenen Worte und Gefühle, welche du im Moment durchmachst. Es ist ein "harter" Weg, wenn die weissen Flecken an die Oberfläche kommen. Aber es ist ein Weg um auch mit Vergangenem abzuschliessen und sich davon zu befreien.

    Wenn man sich für den spirituellen Weg entscheidet, so bedeutet dies nicht, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, viele Menschen meinen dies und schrecken dann zurück und gehen ins "alte" Leben zurück. Ziehen ihre Masken an und verschwinden in der Masse. Den Weg welcher du jetzt machst, ist ein mutiger Weg mit vielen Hindernissen und auch tränenreich.

    Die Kontrolle aufzugeben, sich einfach dem Fluss des Lebens hinzugeben und Gott-Vertrauen zu haben, dies ist nicht einfach. Es heisst loslassen und sich fallen lassen. Wir sind konditioniert auf Sicherheit, schon von unseren Eltern her. Und vor allem du dann als Mutter auch, möchte ihrem Kind Sicherheit bieten. Ich bewundere daher soweit auch deinen Weg welchen du gehst.

    Ich stecke da jetzt zum grossen Teil auch drin in auf diesem Weg, wo ich an meinen weissen Flecken, welche immer mehr zum Vorschein kommen, am anschauen und am transformieren bin. Es ist nicht immer einfach, auch für mein Umfeld nicht, dies weiss ich. Aber soweit weiss ich auch, dass ich diesen Weg weitergehen werde. Auch wenn ich manchmal eben denke, ich möchte wieder mein "altes" Leben zurück. Aber ich bin zu weit fort geschritten, das innere Licht, die Quelle, ruft mich soweit den Weg achtsam weiter zu schreiten.

    Es ist kein einfacher Weg, vieles Altes fällt weg, sei es Menschen, sei es Ansichten oder weiss Gott sonst alles.

    Ich wünsch dir weiterhin auf deinem Weg soweit alles Gute und es lohnt sich für deine göttliche Seele und für alle Seelen, welche dich begleiten.

    Alles Liebe und sei achtsam auf deinem Weg.

    Roger

     

  8. mir fehlen die worte

    ich fühle tiefe dankbarkeit, dass ich deine worte gefunden habe, das ich diesen blog gefunden habe, das ich menschen mit gleichen erfahrungen gefunden habe. danke, danke, danke! das macht mir mut.

    herzliche grüße

    anja

  9. Abstieg in die inneren Gemächer

    Liebe Jasmin!

    Danke von Herzen, dass du das geschrieben hast. Mannomann, ich dachte du hast aus meinem Leben abgeschrieben. 🙂

    ….. hätte ich gewusst, worauf ich mich da einlasse, ich hätte mich nie auf die Reise begeben. …..

    GENAU!!! Das denke ich seit einiger Zeit auch sehr oft. Vor allem wenn ich den Menschen so zusehe, wie sie so in ihr Leben hineinleben, und so irgendwie mit allem zufrieden sind. Wenn Probleme auftauchen, werden diese ignoriert, verdrängt, schön geredet und mit anderen Dingen kompensiert. Somit ist alles wieder gut. Sobald bei mir Probleme oder das nächste oder immer wieder dasselbe (grausame) Thema in letzter Zeit auftaucht, ist nichts mehr gut. Ich als der mutige und weise Lichtkrieger, als der ich mich vor einiger Zeit aufgemacht habe, der Welt zu zeigen, wie lichtvoll ich doch bin und wie der Weg nach Hause zurück auszusehen hat, bin dann gar nicht mehr so mutig, nein, es sitzt mir eine unheimliche Angst im Körper und es martern mich mich oft nicht bewältigbare Bilder, Gefühle und Emotionen. Ich befinde mich wieder in meinem Keller. Wieso nur ist der so tief? Wieso nur gibt es da so viele dunkle Räume? Wieso nur muss ich immer wieder da runter? Und verdammt nochmal: Wieso ich?

    Ist das die viel beschriebene Erleuchtung? Ist das das schöne Leben, das ich mir ausgemalt habe, nachdem ich erwacht bin? Nein das ist es mit Sicherheit nicht. Aber ich bin zumindest schon mal aufgewacht, wie toll. 🙂 Aber nicht sanft oder ausgeschlafen. Nein ich wurde aus meinem "alten" Leben derart herausgerissen, dass ich seither sehr oft (manchmal täglich) strauchle und hinfalle und vielfach zu traurig, schwach und deprimiert bin, um wieder aufzustehen. Ich bleibe in meinem Keller in einem der dunklen Räume sitzen und sehe mich als kleinen Jungen in einer Ecke gekauert und tief traurig und weinend da sitzen, wo niemand für mich da ist. Niemand. Ich habe auch oft nicht die Kraft, bei meinen Zuständen und Gefühlen zu sein, sie anzunehmen und sozusagen für sie da zu sein. Sie sind oft zu mächtig und lassen mich nicht aus ihren kraftvollen Fängen heraus.

    Dann frage ich mich ernsthaft, ob ich eine Depression habe. Nein, denn wenn es vorbei ist, bin ich total lebensfroh und sogar glücklich, wieder durch gegangen zu sein, ich weiss instinktiv, dass ich wieder irgendetwas aufgearbeitet habe, indem ich es durchlebte, dieses grauenhafte Thema. Es fühlt sich abermals ein Stück freier an, ich weiss vor allem, es war richtig.

    ….. Dieses sonderbar beängstigende Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, sollte von nun an ein ständiger Begleiter meines Daseins werden, …..

    Wenn du mir das vorher gesagt hättest, liebe Jasmin, dann hätte ich diesen Weg wohl nicht genommen und wäre bei der Kreuzung da abgebogen, wo so viele Menschen gegangen sind. 🙂 Aber nun bin ich schon mal auf diesem Weg und gehe ihn auch weiter. Ich kann nicht mehr anders, auch wenn er sehr oft alles andere als schön ist. Aber er ist unheimlich intensiv und erkenntnisreich, das ist er mit Sicherheit.

    Aber wie gut dass wir nicht immer wissen, was auf uns zukommt. Ich bin sehr froh, hier bei euch zu sein, weil ich weiss, dass ich nicht alleine bin. Und so mache ich mich auch heute so wie jeden Tag auf und gehe wieder dem Guten entgegen, freue mich über alles Schöne in meinem Leben und verschreibe mich wieder dem Frieden und der Liebe in meinem Herzen. Und jetzt gerade erfüllt mich eine tiefe Dankbarkeit. Dies sind dann genau die Momente, wo ich weiss, dass es sich lohnt, dahinter zu schauen und alles aufzuarbeiten, was sich zeigt. Und vor allem weiss ich eines. Der Weg "zurück nach Hause" hat mein Herz freigesprengt, die Mauern waren so sehr dick und nun sind sie weg. Und wenn ich sie wieder aufbauen möchte, kommt der nächste Hammer, der es unmöglich macht, die Steine aufeinanderzuschlichten. So bleibt mein Herz offen und frei, dafür bin ich zutiefst dankbar. Es ist zwar nicht leicht und oft verzweifle ich, aber schlussendlich bin ich froh, auf diesem Weg und in diesem Forum zu sein.

    Von Herzen alles Liebe für dich und eine wundervolle Zeit.

    Michael

    1. Danke

      Michael,

      danke. Ich habe geweint bei deinem Beitrag. Du schreibst so sehr aus deinem Herzen, aus deinen ehrlichen Gefühlen, ohne dabei im Drama zu sein, dass es mich zutiefst berührt. Es gibt so wenige Menschen, die sich das trauen, die sich trauen, echt zu sein und wirklich hinzuschauen. Danke.

      Ich grüße dich, geliebter Bruder!
      David

      1. Bruder

        Lieber David!

        Danke zutiefst auch für deine Antwort auf meinen Beitrag. Ich verneige mich vor dir als Mann, dass du dich traust, so weiblich und "weich" zu sein und auch dich komplett zu zeigen und dein Innerstes mit anderen Menschen zu teilen. Das ist in dieser Welt, in der momentan in allen Menschen der Endkampf zwischen dem Weg nach Hause oder einfach nur zu sich selbst und dem Weg hinter dem oberflächlichen Mammon hinterher, nicht hipp, sicher nicht. Umso mehr bewundere ich Menschen wie dich, die sich in die Freiheit gearbeitet haben, zu leben wie sie sind, egal wie lächerlich viele Menschen es finden mögen. Danke, dass es dich gibt.

        Wenn du dich erinnerst, wir haben vor ca. 1,5 Jahren telefoniert, du hast mich damals durch meine "Bilder" geführt. Ich bin noch immer dran. 🙂 Es zermürbt mich zwar immer wieder und ich bin oft geneigt, endlich aufzugeben, aber dann kommt immer wieder etwas in mein Leben, das mich weitermachen lässt, so wie dein Satz ….. ohne dabei im Drama zu sein. Das macht mich sprachlos und ich bin sehr gerührt, denn ich meine immer, noch zu sehr verstrickt zu sein. Aber wenn du das so sagst, dann nehme ich das als grosses Kompliment, denn wenn in geistigen Dingen jemand weiss, wovon er redet und auf was es ankommt, dann du. Danke von Herzen für deine Bestätigung.

        Ich bin beeindruckt, dass du geweint hast, positiv beeindruckt, und vor allem auch berührt mich das total. Es zeigt, dass du komplett herzoffen bist und Mitgefühl für dich kein Fremdwort ist. Mitgefühl nicht als mitleiden mit dem anderen, sondern richtig mitfühlen und den Schmerz des anderen selber fühlen. Nur dann kann man auch den Raum geben, dass der andere Mensch selber seinen Schmerz zulassen kann, wo er ihn vorher bisher vielleicht immer weggedrängt hat, weil er zu groß war für ihn oder es zu sehr weh getan hat.

        Ich möchte dir, lieber David, ein dickes Kompliment aussprechen, dass du dieses Forum in`s Leben gerufen und so viele wunderbare Texte verfasst hast, die so vielen Menschen helfen, die im Moment orkanähnliche Entwicklung einigermassen annehmen und in ihr Leben integrieren zu können. Wenn die Anzahl der Mitglieder hier auch um vieles weniger als auf anderen Plattformen ist, so ist meiner Meinung nach jedoch die Wertigkeit von "den-weg.gehen.de" meilenweit vor allen anderen.

        Mögen dir Lebensfreude und Liebe immer stete Wegbegleiter sein.

        Michael

         

        1. Lieber Michael, die Anzahl

          Lieber Michael, die Anzahl der Mitglieder wird steigen wenn wir diese Artikel zum Lesen versenden oder teilen.

          Ich gebe mein Bestes und schön das es solche Männer wie dich und David gibt.

          Das macht Hoffnung.

           

      2. Auch ein Dank von mir Michael

        Auch ein Dank von mir Michael und für den Mut hier so offen zu sein.

        So viele Menschen haben ähnliche Erlebnisse mit sich selbst und wenn ich hier lese baut mich das enorm auf.

        Ich bin wirklich happy das ich auf diese Seite hingewiesen wurde und das über Facebook.

        Also ihr Lieben Geister, alles an zu packen was noch ansteht wird immer leichter, je öfter man seine Hürden meistert. Die anschließenden positiven Ahaeffekte sind der Lohn und die Motivation weiter zu gehen.

        Herzliche Grüsse an dich Michael und allen anderen Kommentatoren.

        Esther