Ich suche meinen Stamm

 

Die Leute meines Stammes sind leicht zu erkennen:
Sie gehen aufrecht, haben Funken in den Augen 
und ein Schmunzeln auf den Lippen.

Sie halten sich weder für heilig noch erleuchtet.
Sie sind durch ihre eigene Hölle gegangen,
haben ihre Schatten und Dämonen angeschaut,
angenommen und offenbart.
Sie sind keine Kinder mehr,
wissen wohl was ihnen angetan worden ist,
haben ihre Scham und ihre Rage explodieren lassen
und dann die Vergangenheit abgelegt,
die Nabelschnur abgeschnitten und
die Verzeihung ausgesprochen.

Weil sie nichts mehr verbergen wollen,
sind sie klar und offen.
Weil sie nicht mehr verdrängen müssen,
sind sie voller Energie, Neugierde und Begeisterung.
Das Feuer brennt in ihrem Bauch!

Die Leute meines Stammes kennen
den wilden Mann und die wilde Frau in sich
und haben keine Angst davor.
Sie halten nichts für gegeben und selbstverständlich,
prüfen nach, machen ihre eigene Erfahrungen und
folgen ihrer eigenen Intuition.

Männer und Frauen meines Stammes
begegnen sich auf der gleichen Ebene,
achten und schätzen ihr "Anders"-Sein,
konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.

Leute meines Stammes gehen oft nach innen,
um sich zu sammeln,
Kontakt mit den eigenen Wurzeln auf zu nehmen,
sich wieder finden,
falls sie sich durch den Rausch das Lebens verloren haben.

Und dann kehren sie gerne zu ihrem Stamm zurück,
denn sie mögen teilen und mitteilen,
geben und nehmen, schenken und beschenkt werden.

Sie leben Wärme, Geborgenheit und Intimität.
Getrennt fühlen sie sich nicht verloren wie kleine Kinder und
können gut damit umgehen.
Sie leiden aber an Isolation und sehnen sich nach ihren Seelenbrüdern und -schwestern.

Die Zeit unserer Begegnung ist gekommen.

 

Verfasser unbekannt

 

 

10 Kommentare zu „Ich suche meinen Stamm“

  1. Ich habe meinen Stamm gefunden
    Respektvoller Beitrag. Meine WERT-SCHÄTZUNG hierfür.
    Da wir alles Häuptlinge sind, freue ich mich auf all die anderen Häuptlinge um mich herum. Es tut gut, mitten unter euch zu sein.
    „Der durch die eigene Asche kam“
    harald w ENGEL-bischoff

  2. Ein wundervoller Beitrag.

    Ein wundervoller Beitrag. Seitdem mich diese Seite gefunden hat, erlebe ich jeden Tag mehr und mehr kleine Wunder. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl Seelenverwandte zu haben bzw. mit diesem Begriff auf eine Art und Weise in Resonanz zu gehen, wie ich es mir in meinem "alten" Leben nicht mal ansatzweise hätte vorstellen können. Ich bin zutiefst bewegt und dankbar. Zu spüren, dass man mit anderen Seelen verbunden ist, ist eines der wohl ehrfürchtigsten Erfahrungen auf diesem Weg.

    "Alles ist miteinander verbunden und hat einen Sinn. Obwohl dieser Sinn mesit verborgen bleibt, wissen wir, dass wir unserer Mission auf Erden nah sind, wenn unser Tun von der Energie der Begeisterung durchdrungen ist"

                                                                                          -Paulo Coelho-

     

     

  3. Suchen

    Wer sucht, der sucht … 😉

    Wer findet, der hat gefunden … :-)))

    LG Chris

    1. suchen, finden und gefunden haben ;-)…

      Vielleicht ist es auch so: Wer sucht, der sucht…. Wer findet, der findet… Wer gefunden hat, hat zunächst gefunden… und da bin ich mir nicht so sicher, vielleicht sucht er nicht mehr, ob er weiterhin findet… wer weiß? Namasté – Oliver

  4. „Leute meines Stammes gehen

    "Leute meines Stammes gehen oft nach innen,
    um sich zu sammeln,
    Kontakt mit den eigenen Wurzeln auf zu nehmen,
    sich wieder finden,
    falls sie sich durch den Rausch das Lebens verloren haben."

     Liebe Jasmin,

    Es schliesst die Möglichkeit ein, sich nicht selber zu verurteilen für seine "Süchte", wenn man dem Rausch doch wieder erlegen ist. Ich finde das heilsam. Es ist für mich ein Ausdruck von Selbstliebe. Danke dafür!

    Ich übe weiter Geduld mit mir selber. 

    Gruss Ille

  5. Die Leute meines Stammes – Fortsetzung

    Die Leute meines Stammes sind echt und unverfälscht. Sie haben in sich viel mehr gefunden, als sie es je im Äusseren hätten finden können, sowohl das Licht als auch das Dunkle, sie haben zu sich selbst gefunden und das Dunkle mit dem ihnen innewohnenden Gottesfunken erhellt.

    Die Leute meines Stammes sind stark, sie fürchten keinen Kampf und stellen sich allem, was nicht dem Frieden und der Liebe dient. Dabei sind sie im Geiste friedvoll und in ihren Herzen energiegeladen, um jeden Tag ihres Lebens zu ihrem besten zu machen, als ob es ihr letzter wäre. Sie tun Gutes ohne etwas dafür zu erwarten, sie tun es von Herzen gerne und sie tun es vor allem, weil sie es gut können und weil sie wissen, dass irgend jemand damit anfangen muss, Gutes zu tun.

    Die Leute meines Stammes strahlen etwas aus, das mit Worten nicht zu beschreiben ist. Sie fühlen sich an wie Wesen von einem anderen Stern in Menschengestalt, wenn sie in der Nähe sind, ist alles gut und die Herzen der Menschen beginnen schneller zu schlagen in der Gewissheit, dass es nun nichts mehr gibt, das noch verletzen kann.

    Die Leute meines Stammes sind unendlich liebevoll und gütig. Sie sind ausgezeichnete Zuhörer und haben immer eine aufmunternde Antwort, verbunden mit einem Lächeln auf den Lippen. Wenn sie schweigen, wissen sie ganz genau, dass alleine ihre Anwesenheit einen gewaltigen Impuls zur Herz-Öffnung der sie umgebenden Menschen startet.

    Die Leute meines Stammes fordern in jedem Moment die schwierigsten, aber (über)lebenswichtigsten Dinge ein: absolute Hingabe, vollkommene Ehrlichkeit, totale Integrität, unverfälschte Authentizität, ansteckende Lebensfreude, großartigen Mut und vor allem bedingungslose Liebe.

    Die Leute meines Stammes wissen um ihre Verletzlichkeit, die aus den zahlreichen seelischen Wunden der Vergangenheit resultiert. Sie waren in der Hölle und haben die Dunkelheit gelebt und mit jeder Zelle gespürt, nicht einmal oder kurz, sondern für eine lange Zeit. Umsomehr sind sie nun ein Garant für einzigartige Weisheit, außerordentliche Erfahrung und brillanten Scharfsinn.

    Die Leute meines Stammes haben aufgehört, das Leben nach ihren Gunsten verbiegen zu wollen, weil sie wissen, dass dies niemals funktioniert. Sie haben vielmehr die dämonischen Wegweiser entlarvt und die dahinterliegenden oft umbarmherzigen und grausamen Lektionen gefunden, angenommen und integriert. Dafür haben sie die Belohnung des Friedens erhalten und leben jetzt von Herzen gerne. Sie setzen nichts mehr voraus, verurteilen nichts und niemanden mehr und erwarten nichts mehr. Sie wissen, dass sie immer behütet und beschützt sind, egal was immer auch passiert.

    Die Leute meines Stammes geben niemals auf, denn das ist für sie keine Option. Im Gegenteil stehen sie immer wieder aus der Asche auf, mag sie auch noch so heiß sein. Irgendwann fallen sie nicht mehr und bleiben stehen, ihr gebrochenes Herz ist geheilt und sie wissen um die ihnen innewohnende göttliche Kraft, die jedes auch noch so brutale Erlebnis in wahre Liebe und strahlendes Licht umwandelt.

    Die Leute meines Stammes sind Meister ihres Lebens, weil sie die oft unerreichbare Kunst der wirklichen Vergebung gemeistert haben. Sie haben sich selbst und allen Menschen, die ihnen weh getan haben, vollkommen verziehen und sind dadurch völlig frei im Geiste und in ihren Herzen. Sie haben ihren Feinden mit Respekt, erhobenem Haupt und strahlendem Blick die Hand gereicht und ihnen alles Gute gewünscht. Ohne einen Gedanken an Rache oder Vergeltung, dafür mit Güte und Mitgefühl in ihrem Herzen.

    Die Leute meines Stammes sind die Menschen, die einen Raum erhellen, wenn sie ihn betreten und die meine Schwingung steigern, wenn sie in meiner Nähe sind. Die Leute meines Stammes sind die Menschen, die ich liebe und von Herzen fest in meine Arme schliesse.

    Michael

    1. danke

      ich habe diesen text gerade gelesen…. und er hat mich zutiefst berührt… ich habe beim lesen gänsehaut bekommen….. 🙂

      danke!

      gruß ein krieger des lichts

      1. Aus dem Herzen

        Lieber Krieger des Lichts!

        Danke dir für dein Lesen meiner Zeilen und deine Bestätigung. Die Worte kamen aus meinem Herzen, es hat sich gut angefühlt, sie aufzuschreiben.

        Dies ist die Wahrheit, die für mich stimmig ist und die wir alle irgendwann so oder ähnlich durchleben. Wie ein Freund von mir so treffend kürzlich sagte: "Niemand hat ein perfektes Leben, aber das macht nichts, wir können trotzdem glücklich sein."

        Die Kunst ist meines Erachtens, alles anzunehmen, was uns in unserem Leben widerfahren ist – auch was wir selber getan haben – was nicht mehr zu ändern ist. Dies ist der schwierigste Teil der Reise, weil wir uns so lange dagegen wehren, Dinge anzunehmen, mit denen wir vorher keine Minute unseres Lebens gelebt hätten.

        Irgendwann kommt jeder Mensch in Situationen, die ihm alles abverlangen, überhaupt wenn er vorher beim selben Thema bei den weniger heftigen Lektionen meinte, darüber bereits weit hinaus zu sein und das nicht mehr zu brauchen. Ich bin so ein Mensch, der erst dann be-greift, wenn er am Boden ist. Dann geht es plötzlich, aber dann muss ich viel mehr leiden, als ich es vorher gemusst und vor allem als ich es mir jemals gewünscht hätte.

        Hätte, wenn und aber, es nützt alles nichts, wir müssen durch unsere unangenehmen Dinge hindurch, um hinten frei weiter gehen zu können. Herumzulaufen oder irgendwelche Umwege zu gehen, bringt nichts. Schlussendlich bleibt uns immer wieder nur, durch die tosende Wand in`s Auge des Sturms vorzudringen. Dann wird plötzlich alles ruhig, du kommst zur Besinnung, fängst an zu erkennen, und fängst vor allem an, endlich die richtigen Fragen zu stellen, ohne zu glauben, wie erleuchtet du schon bist.

        So erlebe ich es immer wieder und so fühlt es sich für mich an. Aus diesem Erleben heraus stammen auch meine obigen Worte. Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, sie zu lesen und ich freue mich, dass sie dich bewegt haben.

        Alles Gute für dich!

        Michael

  6. Ich suche meinen Stamm

    Liebe Jasmin,

    danke für diese Zeilen, hab sie schon mal irgendwo gelesen. Damals dachte ich, ja genau so geht es mir auch. Ich würde so gerne Menschen treffen, die ähnliches erlebt haben und (er)leben.

    Mittlerweile hat natürlich schon wieder ein Wandel statt gefunden. Nichts bleibt ja stehen, es geht immer weiter und weiter….. kein Ende in Sicht.

    Auch die Suche nach GleichgeSINNten, das Treffen und der Austausch mit solchen ist eine weitere Station. Auch diese Anhaftung bleibt nicht…… es geht auch da weiter…… ;))

    Keine Anhaftung, keine Bedingungen mehr……. das fühlt sich auch grossartig an, aber ich weiss, auch dies ist kein DauerZUstand……. es geht weiter.

    Alles Liebe dir und David und dieser Seite

    SolAri S