Das Spiegelgesetz

Wenn ich eine Erkenntnis nennen müsste, die in meinen Augen den größten Nutzen auf dem spirituellen Weg hat, dann wäre es das Spiegelgesetz. Vielleicht braucht es sogar nicht viel mehr, um den eigenen Weg zu gehen.

Es gibt derzeit viele Versionen des Spiegelgesetzes, von denen ich nicht allen zustimmen kann. Für mich sagt es Folgendes aus:

„Alles, was in meinem Leben auftaucht, ist ein Spiegel meines Bewusstseins und zeigt mir mein eigenes Inneres.“

Das Leben hat für mich nur einen Zweck: Selbsterkenntnis. Und alle Umstände, Personen und Situation bilden eine einzige gutmütige Verschwörung, die mir alles bietet, was ich benötige, um meine Wunden zu heilen, mein Potenzial zu verwirklichen und mein wahres, ewiges Wesen zu erkennen. Der Weg durch mein Leben ist der Weg durch mein eigenes Inneres, alles, was passiert, dient meiner Evolution und alle Menschen und Geschehnisse tragen eine Botschaft für mich. Dabei geht es niemals um etwas „da draußen“, sondern immer um ein Spüren tief in mir selbst.

Das Leben ist der perfekte Lehrer

Das Leben ist der perfekte Lehrer, denn es stellt mir genau die Lektion, die gerade an der Reihe ist, in genau dem Tempo, das meine Seele vorgibt. Aber dazu muss ich mich voll auf das Leben einlassen, auf das Fühlen, das Mensch-Sein. Das Leben ist der kürzeste Weg, es gibt keine Abkürzungen, es gibt keinen Hinterausgang, aus dem man herausmeditieren könnte – der einzige Weg führt mitten hindurch. Das Leben ist genau die Erfahrung, die meine Seele zur Heilung braucht, deshalb bin ich hier. Alle Widerstände, alle Fluchttendenzen und alle Anhaftungen sind genau die Wunden, die es zu heilen gilt, um wieder ganz zu werden.

In diesem Leben erfahre ich die Auswirkungen meiner Schöpfungen als Geistwesen, erlebe ich noch einmal die Erinnerungen aus vielen Leben, die ich noch nicht gehen lassen konnte. Mitten im Alltag, zwischen Einkauf und Abwasch steckt mehr Magie, als wir uns vorstellen mögen. In so vielen kleinen Details, in all den winzigen Empfindungen verborgen, liegen Türen zu meinem Inneren.

Solange ich schlafwandele, bin ich taub gegen diese Rufe der Seele, blind gegen die Einladungen, frei zu werden. Aberder Moment, an dem das Spiegelgesetz wirklich verstanden wird, ändert die Einstellung zum Leben völlig. Statt es bloß zu ertragen, es kontrollieren oder verbessern zu wollen, beginne ich, ihm zuzuhören, zu fühlen, mit dem Leben zu arbeiten, seinen Fluss zu erkennen, die Magie zu spüren, den Sinn und die liebevolle Absicht.

Spiegelgesetz: Es geht ums Gefühl

Ich beobachte immer wieder, dass viele Menschen das Spiegelgesetz zwar kennen und auch irgendwie daran glauben – aber es nicht wirklich auf ihr Leben anwenden. Wann immer es haarig wird und die Emotionen sich machtvoll zu Wort melden, geht man leicht wieder verloren in Projektionen auf andere oder die Umstände des Lebens – und verpasst dabei die tiefere Erkenntnis. Das Spiegelgesetz geht nicht an und aus. Es gilt immer, mit absoluter Sicherheit vor Allem da, wo starke Emotionen sind.

Wissen ist nicht gleich Erkenntnis und Realisation. Vom Spiegelgesetz zu wissen, bedeutet noch nichts, es ist weniger ein Konzept, als eine Art, dem Leben zu begegnen, jeden Tag, in jeder einzelnen Minute. Etwas, zu dem man mit der Zeit wird.

Eine andere Sache, die ich beobachte, sind stark vereinfachende Vorstellungen über das Spiegelgesetz. Oft liest man so etwas wie: „Was immer du am anderen kritisierst, trägst du in deinem eigenen Inneren.“ Das zu glauben heißt in meinen Augen, das Spiegelgesetz gründlich missverstehen und auf einer mentalen Ebene stecken zu bleiben.

Die Funktion des Spiegels ist es, Situationen zu kreieren, die bestimmte Gefühle in uns aktivieren, seien es Wunden, Anhaftungen oder blinde Flecken und das Bewusstsein auf diese Verzerrungen zu lenken. Es geht um ein Bewusstmachen und Erkunden dieser Bereiche in uns. Das heißt, es geht immer um das Gefühl, das eine Situation in uns auslöst, nicht um eine mentale Analyse der äußeren Umstände. Intellektuelle Erkenntnis findet als Beiprodukt und Ergebnis der Erkundung der Gefühle statt.

Ein Beispiel, um es plastischer zu machen: Wenn ich sauer auf meinen Partner bin, weil er so unordentlich ist, heißt das nicht unbedingt, dass ich selbst eigentlich unordentlich bin und das an mir nicht leiden kann (wie manche Auslegungen des Spiegelgesetzes glauben machen wollen). Es kann vielmehr alle möglichen Dinge heißen. Die Frage lautet: Was fühle ich? Habe ich gerade Angst, die Kontrolle zu verlieren und brauche deshalb äußere Ordnung? Oder fühle ich mich ausgenutzt? Oder erlaube ich mir selbst nicht, mich gehen zu lassen und bin neidisch?

Je nachdem was ich fühle, kann mir ein und dieselbe Situation also ganz verschiedene Dinge spiegeln. Was außen passiert ist nicht so wichtig wie das, was ich dabei fühle.

Arbeiten mit dem Spiegelgesetz

Erst über das Gefühl verstehe ich also, was sich wirklich für mich in einer Situation zeigt. Und auch wenn ich sicherlich auch äußerlich irgendwie in der Situation reagieren werde und meine Gefühle an meine Mitmenschen kommuniziere, projiziere ich meine Emotionen nicht mehr, wenn ich das Spiegelgesetz wirklich verstanden habe. Diese Botschaft ist für mich, die Frage ist nun: Was tue ich damit?

Zunächst fühle ich das Gefühl vollständig, schaue, was vielleicht noch tiefer darunter liegt. Welche Emotionen sind da? Kann ich sie vollständig erlauben und für sie da sein? Was will ich, was fehlt mir? Welche authentische Sehnsucht liegt unter aller Emotion? Und dann halte ich Ausschau nach einer höheren Wahrheit über die Situation: Wie kann sich mein wahres Wesen in dieser Situation ausdrücken? Was möchte geschehen, vom tiefsten und höchsten Punkt aus, zu dem ich Zugang habe? Gibt es eine neue Art zu sein, die sich wahrer, richtiger, heiler und stimmiger anfühlt?

Indem ich permanent mit meinem Gefühl verbunden bleibe, alle Emotionen erlaube, aber wach bleibe in ihnen und nach und nach immer mehr meines Ausdrucks aus den Klauen von Konditionierungen, Glaubensmustern und Traumata befreie, kann sich meine Seele immer unverfälschter ausdrücken – mein wahres Ich, höheres Selbst, oder wie immer man es nennen mag.

Je offener, wacher und bewusster ich lebe, desto mehr Feinheiten nehme ich war. Die Synchronizitäten, die Botschaften in kleinen Dingen, die meine Aufmerksamkeit einfängt – das Leben beginnt, zu sprechen.

Seelen-Essenzen: Auf der Suche nach uns selbst

So wie ich es sehe, ist der Sinn des Lebens die Selbsterkenntnis und Selbstbefreiung. Und das Leben hilft uns, all das wiederzufinden, was wir vielleicht auf unserem Weg durch zahllose Leben verloren haben. Was immer wir im Äußeren suchen, ersehnen oder erhoffen, dass suchen wir eigentlich ins uns selbst. Und was immer wir bewundern und beneiden, ist in Wirklichkeit eine Essenz unserer eigenen Seele, die sich noch nicht voll ausdrücken kann.

Wir laufen durch die Welt auf der Suche nach den verlorenen Puzzleteilen unseres Selbst. Ich nenne diese Puzzleteile Seelen-Essenzen, denn auch sie sind nichts Festes, sondern ein Gefühl, eine Seinsart, eine bestimmte Energie-Frequenz, die in uns vielleicht verzerrt oder verschüttet ist und darauf wartet, wieder voll durch uns erklingen zu können. Die Seele ist eine Mischung, aus ganz bestimmten Frequenzen, eine einmalige Kombination von Schwingungen, die nur durch uns zum Ausdruck kommt. Je klarer, reiner und entspannter wir werden, desto besser eigenen sich unser Körper und Geist als Instrument in der großen Symphonie des Kosmos.

In meiner Wahrheit besteht unsere Bestimmung darin, genau das auszudrücken, was wir sind – nicht darin, irgendetwas Bestimmtes zu tun. Es gibt nicht einen, sondern viele Wege, wir selbst zu sein, denn wir sind keine Persönlichkeit, sondern ein Fluss aus Frequenzen. Wir sind nicht Künstler, wir sind Kreativität, wir sind nicht Lehrer, sondern Klarheit. Es geht wieder einmal um das Gefühl, die Essenz. Ziel aller Arbeit mit dem Spiegelgesetz ist es, frei zu werden, unsere Seelenessenzen wieder voll auszudrücken.

Was wir bewundern, kann uns oft einen Hinweis geben, was wir eigentlich sind. Bewunderung ist sozusagen die Sehnsucht der Seele nach sich selbst. Nach Essenzen wohlbemerkt! Wenn wir Fallschirmspringer bewundern, sehnen wir uns nicht unbedingt nach Fallschirmspringen, sondern erinnern uns vielleicht an Mut, Freiheit und Wildheit – Essenzen, nicht Dinge oder Tätigkeiten.Die Frage ist nicht Was soll ich tun? sondern Wie bin ich wirklich?

Selbstheilung: Durch die Schichten des Fühlens

Die Arbeit mit dem Spiegelgesetz ist also vor allem ein Weg des Fühlens. Dabei geht es fast immer durch mehrere Schichten. Für mich hat sich diese Reihenfolge gezeigt:

Angst -> Wut -> Schmerz -> unerfüllte Sehnsucht -> Seelen-Essenz

Nicht immer kommen alle Schichten vor, aber dies ist trotzdem eine gute Richtschnur.

Zunächst ist da die Angst – meist die Angst, das Thema zuzulassen, den verdrängten Schmerz überhaupt wieder zu fühlen.
Dann Wut – eine natürliche Abwehrreaktion des Körper-Verstandes, die vermeintliche Quelle des Schmerzes zu beseitigen.
Dann der Schmerz selbst, in seinen verschiedenen Formen.
Darunter liegt eine Sehnsucht, die nicht erfüllt wird und uns eben deshalb Schmerzen bereitet.
Und darunter liegt die Lösung – nämlich dass diese Sehnsucht in Wahrheit eine Sehnsucht nach uns selbst ist, deren Erfüllung wir irrtümlich in der Welt gesucht haben.

Wirkliche Heilung ist für mich die Reintegration der Seelen-Essenz und identisch mit Selbstverwirklichung.

Nicht immer findet irgendein verstehen der Essenz statt, intellektuelles Verstehen ist auch nicht wichtig. Fast immer erkennt man aber die Sehnsucht. Besonders Traumata können sich jedoch einfach auflösen, nachdem sie völlig gefühlt wurden und die eingeschlossene Energie wieder frei fließen kann – ohne dass irgendeine intellektuelle Erkenntnis stattfindet. Damit das geschehen kann, berühren wir jedoch in der Heilung Essenz-Ebenen, die uns allen gemeinsam sind: Akzeptanz, Liebe, Frieden, Güte und Vergebung zum Beispiel.

Spiegelgesetz: Der organische Weg

Die Arbeit mit dem Leben und dem Spiegelgesetz empfinde ich als den natürlichen spirituellen Weg, weshalb ich diesen Weg auch den organischen Weg nenne. Das Leben ist wirklich perfekt, wir brauchen es nicht zu manipulieren und wir brauchen in meinen Augen auch keine künstlichen spirituellen Religionen oder Systeme, um frei zu werden.

Es reicht ein Blick in die Natur, um zu erkennen, dass der Fluss des Lebens intelligenter ist, als alles, was sich unser Geist ausdenken könnte. Es liegt an uns, dem Leben zu vertrauen, dass es uns unterstützt, lehrt und nährt, auch in den Zeiten, in denen es scheinbar grausam ist. Für mich gibt es nichts, dem wir mehr vertrauen könnten als dem natürlichen Fluss. Ja, manchmal fließt er wild. Ja, er spült viele Widerstände einfach fort, und es ist schmerzhaft, sich zu widersetzen. Ja, er duldet kein Festhalten am Ufer. Ja, er schüttelt uns manchmal solange durch, bis wir aufgeben und ganz weich werden in seinen wirbelnden Stromschnellen. Aber er fließt in unserer Geschwindigkeit. Und er fließt immer weiter, bis nur noch lebendige Freiheit, Hingabe und der pure Fluss des Seins übrigbleiben.

 

Bilder: Landschaft: Bestimmte Rechte vorbehalten von annrkiszt;  Spiegelweg: Bestimmte Rechte vorbehalten von DaveFayram; Scherbe: Bestimmte Rechte vorbehalten von ۞DLB۞; Tropfen: Bestimmte Rechte vorbehalten von graftedno1

26 Kommentare zu „Das Spiegelgesetz“

  1. Lieber David,
    ich danke dir

    Lieber David,

    ich danke dir ganz herzlich für diesen wundervollen Artikel, der mir eine neue und endlich sehr verständliche Sicht auf das Ganze gibt.

    Herzliche Grüße

    Elke

  2. Lieber David,
     
    wie

    Lieber David,

     

    wie wundervoll und bereichernd in so komplexen Worten ausgedrückt all das wieder zu finden und lesen zu dürfen was ich fühle.

    Ich danke Dir für Deine Form und Dein es in die Welt tragen…….

    herzlichst,

    Martina

  3. Vielen Dank für diesen

    Vielen Dank für diesen berührenden Artikel!

    Zum Thema "Durch die Schichten des Fühlens" habe ich einen Vorschlag für eine etwas andere Darstellung der Schichten:
    Seelen-Essenz <- unerfüllte Sehnsucht <- Schmerz <- Angst/Wut/Depression

    D.h. die Angst und Wut befinden sich auf einer Ebene und als weiteren Abwehrmechanismus des Schmerzes habe ich die Depression hinzugefügt.

    Die Idee dahinter ist die Analogie zum Überlebensinstinkt:
    Flucht (Angst)
    Angriff (Wut)
    Erstarren bzw. sich tot stellen (Depression)

    Kam mir gerade so in den Sinn… 😉

     

    1. Schichten

      Hallo Ikki,

      ja, könnte sein, dass es letztlich drei verschiedene Vemeidungsstrategien sind. Danke für die Anregung!

      Grüße
      David

  4. Danke für diesen Text. Er ist

    Danke für diesen Text. Er ist sehr einfach verständlich und leicht zugänglich.

    Im Gegensatz zu Religionen ist das einzige Setup das notwendig ist, ein Ort wo man eben dieses fühlen "lernt". Es hat für mich so viele Schichten und so viele Dimensionen so das es bei mir mehrere Jahre gebraucht hat bis ich jetzt sagen kann, dass ich bei einem Gefühl das kommt bleiben kann, es fühlen kann.

    Witali

  5. Dear David,
     
    I think you’re

    Dear David,

     

    I think you're an amazing men!
    If you've written it all from inside you, you wear a real clarity and wisdom in you.
    i'm proud of you !

    Cheyra

    1. Thank you

      Hi Cheyra,

      thank you!
      I am suprised to find an english speaking person on this site! Google translate? 🙂

      David
       

      1. hahaha i’m just a bad english

        hahaha i'm just a bad english speaker !

        and i want to learn it, thats the cause why i write here in english =)

        1. Hi Cheyra,
          nice to meet

          Hi Cheyra,

          nice to meet you!

          1st lesson:

          – I write in English because I want to learnit.
          BUT:      
          – I want to learn English. That´s the reason (not "the cause") why I write in English.

          🙂

          Best regards,

          Mattias
          (If someone knows a Norwegian who wants to learn German, please tell me.)

           

          1. yeeeah!!  i like you!
            thank

            yeeeah!!  i like you!

            thank you for the english-lesson!!

             

             

            Have a good time !

             

             

            regards Cheyenne

      2. Very happy to meet you!!! :-)))

        ♫ ♥ Hi there David,

        well, if it is SO simple to surprise you by speaking/writing in English, lets DO it! 🙂
        Just found you via posting by my (facebook-) friend Elias and I´m really happy! The registration with username and password suggests the feeling of a protected area; somehow safe! 🙂

        Jetzt begrüße ich noch brav den weiblichen Anteil Eurer Seite: Hallo Jasmin (*verneig*) und werde mich in Zukunft auf Deutsch melden – is´ für MICH auf jeden Fall einfacher. 😉 –

        Have a good day and enjoy it! :-))

        Mattias

         

        1. Herzlich Willkommen

          Mattias. Ich freue mich, dass du den Weg zu uns gefunden hast und noch mehr über einen Austausch mit dir.

           

          Alles Liebe für Dich 

          Jasmin

          1. Re: Herzlich Willkommen

            ♫ ♥ Danke Jasmin!

            2 Fragen zur Funktionsweise Eurer Seite:

            1.) Warum sind einige Nutzer "not verified"? (Ich habe mich GESTERN erst angemeldet und BIN wohl schon geprüft)
            2.) Obwohl ich sofort ein Bild mit hochgeladen hatte, kann ich dies bei meinen Beiträgen nicht sehen. Warum nicht?

            Licht und Liebe für Dich/Euch und alle anderen Wanderer! 😉

             

            Mattias
            (edit: Jetzt hab´ ich auch die "Messages" entdeckt. Schreib´ mir gern über meine Inbox, damit wir die anderen nicht nerven. 😉 Danke.)

          2. Fragen

            Hallo Mattias,

            "not verified" heißt, dass diese Person als nicht angemeldeter Gast kommentiert.

            Auch auf deinem Profil ist kein Bild zu sehen – vielleicht war es zu groß?

            Liebe Grüße

            David

             

  6. Vielen Dank für den

    Vielen Dank für den beeindruckenden Artikel. Er spricht mir ganz aus dem Herzen und hilft mir auf meinem Weg die "Gedankenmuster" in mir aufzulösen.

    Gerlinde

  7. Fühlen

    Hallo David,

    vielen Dank für diesen schönen Artikel, der es mir ermöglicht, das Spiegelgesetz endlich einmal zu verstehen. Ja, ich bin ja auch der Meinung, dass es um die Gefühle geht. Ich glaube mittlerweile, dass die Essenz des Menschseins das Fühlen ist, und dies hat sogar noch Priorität vor der Spiritualität.

    Es ist doch das Fühlen, das uns vorantreibt und motiviert. Wir möchten uns und die anderen fühlen, wir möchten Geborgenheit fühlen, uns zuhause fühlen, Liebe und Verbundenheit fühlen.

    Und deshalb ist es auch so wichtig, die vermeintlich negativen Gefühle wie Angst, Schmerz und Wut zu fühlen. Sie teilen uns ganz viel über uns selbst mit. Sie stellen sich ein, wenn wir verletzt werden oder bedroht oder geschändet. 

    Das Leben will leben, gesund sein und glücklich sein. Also sind auch die unangenehmen Gefühle Teil unseres Selbst, weil sie uns wieder auf den Weg des Lebens zurückführen. Und wir können uns nicht nach hinten wegmeditieren, wie du schreibst. Der Weg geht mitten hindurch.

    Schön, mit Dir auf dem Weg zu sein.

    Gruß Ronald

  8. Jetzt konnte ich Euch hier finden

    Lieber David,

     

    alles was ich in deinem Beitrag lese, habe ich in meinem Leben so in den letzten drei Jahren erfahren dürfen.

    Jetzt war es wohl so weit die Zusammenfassung des gelebten und gefühlten hier in deinen Worten zu finden und vor allem auch in der Tiefe zu verstehen.

     

    Genau so ist es. Danke für die Kopfnahrung ;-).

     

    Lieber Gruss von Ille

  9. David, unterscheidest du

    David, unterscheidest du zwischen Emotionen und Gefühlen?
    Wenn ja, wie?

    Gemeinhin sagen wir doch: Die aus einer Emotion folgende
    Interpretation eines Objekts oder einer Tatsache bezeichnet
    man als „Gefühl“.

    Was ich sagen – oder fragen will, ist, kann es sein, dass es
    drei Ebenen gibt? Kann es sein, dass es "falsche Gefühle",
    echte Gefühle und Emotionen gibt?
     

    1. Unterschied

      Hallo Thomas,

      Also ehrlich gesagt hatte ich nicht so viel Disziplin mit dem Gebrauch dieser Wörter, daher ist es vielleicht manchmal etwas verwirrend 🙂

      Es ist aber auch alles eine Frage, wie man nun die Definitionen setzt.

      Eine schöne mögliche Unterscheidung hat Andrea in einem Kommentar gegeben:
      http://den-weg-gehen.de/der-unterschied-von-gefuehlen-und-emotionen#comment-494

      In Kürze wäre das:
      Eine Emotion ist eine automatische und konditionierte Reaktion auf eine Situation.
      Ein Gefühl ist eine spontane und authentische Antwort auf eine Situation.

      Was wäre denn für dich ein "falsches Gefühl"?

      David

       

      1. Hallo David, musste lange

        Hallo David, musste lange überlegen, was ich damit gemeint habe. Ich verstehe es anhand deiner Erklärung jetzt besser. Irgendwie habe ich manchmal ein Durcheinander: Eine Emotion bei mir ist die Raktion auf einen Gedanken (= eine Absonderung meines Verstandes. :o)

        Eine gute Emotion heisst nicht, dass es die innere Stimme auch als gut empfindet. (Siehe unsere Kommentare zu "Freude, die irre leiten kann".)

        Das gleiche gilt für schlechte Emotionen. Hier bedeutet es nicht, dass etwas tatsächlich schlecht ist.

        Ergo kann es auch NICHT SEIN, dass, wie du es auch schon gesagt hast, schlechte Emotionen zwingend schlechtes anziehen, wie es gern von den positiv-denken-Predigern verbreitet wird. Genauso wie gute Emotionen nicht zwingend gutes anziehen.

        Richtig?

        Mir stellt sich jetzt noch die Frage: wie befrage ich die innere Stimme. Die Frage geht ja vom Verstand aus – löst eine Emotion aus und die poltert dann herum. Bin da noch Novitze. Leider ist Meditation nicht so mein Ding. Kann auch nicht jedes Mal in die Ruhe gehen, bei den vielen Entscheidungen, die täglich gefällt werden müssen.

        Etwas verwirrend, ich weiss. Aber so ist das nun mal, wenn man auf Entdeckungstour nach innen geht…

        Der von dir erwähnte Artikle mit Gefühl und Emotion ist wirklich sehr gut. Allerdings ist die Abgrenzung von Vergangenem bisweilen sehr schwer.

        Herzlich

        Thomas

         

         

        1. Wichtige Frage

          Hallo Thomas,

          ich musste auch noch darüber nachdenken. Tatsächlich ist die Frage sehr wichtig und nicht nur verstandesmäßige "Rumdefiniererei" 🙂

          Denn es hängt direkt zusammen mit deiner zweiten Frage: Wie höre ich diese innere Stimme?

          Nun ich denke, der Punkt ist, die Stimme und die Emotionen unterscheiden zu lernen. Die innere Stimme ist wie ein neuer Sinn (man sagt ja auch oft "der sechste Sinn"), der allerdings sozusagen verdeckt ist vom Lärm der Konditionierungen, Emotionen usw.

          Ich denke, fühlen tun wir unsere Wahrheit immer, unsere Aufmerksamkeit ist aber nicht am rechten Ort. Darum ist so etwas wie Meditation in irgendeiner Form wahrscheinlich schon sehr wichtig um diesen Platz "unter" oder "hinter" den oberflächlichen Reaktionen zu finden. Ein Rezept dafür habe ich auch nicht – je lauter der Lärm, desto schwieriger ist es.

          Den Unterschied wahrzunehmen, immer nach der tiefsten Wahrheit zu suchen, ist wohl ein guter Anfang.

          Grüße
          David

  10. Ein wirklich toller Artikel

    Ein wirklich toller Artikel wo mir viel klar wird, Danke dir!!!

     

  11. Vielen Dank

    Lieber David!

    Du sprichst mir aus dem Herzen mit diesem Artikel. Vom Spiegelgesetz habe ich vorher schon gehört-in jedweder Form. Immer hat mich etwas gestört. Vor allem, dass alles was mich an anderen stört auch in mir sein soll fand ich nicht stimmig. Immer wieder musste ich in dafür bestimmten Situationen darüber nachdenken und fand es nicht stimmig, das Gleiche in mir zu suchen und zu finden. Dein Beispiel mit dem Aufräumen hingegen hat mir gezeigt, dass das was mich an Anderen stört mit einem unmittelbaren Gefühl in mir zusammenhängt, welches variabel sein kann. So kommt es ja auch, dass mich mal ein Verhalten stört und dann wieder überhaupt nicht, je nach Gemütsverfassung und den inneren Dingen, die gerade anstehen um gesehen zu werden…

    Eure Seite entdeckt zu haben ist schon fast zu schön, um wahr zu sein und zeigt mir einmal mehr, dass sich -einmal auf dem Weg und offen für das Leben als Lehrer- die Dinge die man braucht von selber einstellen. Ich gehe zwar noch nicht sehr lange bewußt diesen Weg, habe aber bereits einige Erfahrungen in Sachen Meister, Energiearbeit und Körpertherapie gesammelt und bin dabei selber zu dem Schluss gekommen, dass der wahre Meister das Leben ist. Manchmal fällt es zwar nicht leicht, der Stimme des Lebens zu lauschen und zu vertrauen und das Ego möchte sich gerne zwischendurch bemerkbar machen. Aber häufig wird dies gesehen und löst sich dadurch recht schnell auf. Im Fühlen der Gefühle, die damit verbunden sind zeigt sich mittlerweile oft eine Entspannung am Ende, die sehr genossen wird. Tatsächlich ist die Analyse der Zusammenhänge, die mir anfänglich unheimlich wichtig war, gar nicht so wichtig. Oft geschieht Erkenntnis einfach, wenn Entspannung da ist- so erscheint es mir!

    Manchmal macht mein Verstand mir vor, dass die Leere mit Langeweile gleichzusetzen ist und die "Action" bei dem Ganzen fehlt…dies sind die Momente, wo ich die alten Dinge wie shoppen, schlemmen oder lange fernsehen tue um nachher immer öfter festzustellen, dass es das nicht mehr ist, was mich nachhaltig zufrieden macht, sondern -im Gegenteil- schale Gefühle von Verlassenheit und Traurigkeit zurücklässt (die dann wieder gefühlt werden können, vielleicht ist so ein "Rückfall" nur deshalb geschehen 🙂 ).

    Also vielen Dank und sicher werde ich noch oft auf Eurer Seite vorbeischauen und mich inspirieren lassen ….

    Herzlichst

     

    Beate 

     

     

     

  12. Marianne Eder

    Wow…. das muss ich setzen

    Wow…. das muss ich setzen lassen… Danke. <3

     

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